Bilderbogen - 125 Jahre Omnibus, eine Zeitreise mit dem Bus

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Wer ist hier vertreten? Jede Menge Leute, die Interesse am Thema Bus und Bahn haben. Das Forum dient hauptsächlich zum gegenseiten Austausch rund um Busse und Bahnen aller Art. Neben diesen Personen sind auch einige Verkehrsbetriebe und Vereine im Forum vertreten.

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  • Heute sollte eigentlich in Netphen und Siegen das große Fest zum 125 jährigen Jubiläum des Omnibusses beginnen. Wegen der Viruspandemie wurde das auf ungewisse Zeit verschoben. Einige von uns wollten sich das nicht entgehen lassen. Mann wär dat n Spässgen gewesen !

    Tja, und nun stehen wir vor der einer ungewissen Zeit. Wie lange dauert das Ganze ? Wie werden wir damit klarkommen ? Werden noch drastischere Maßnahmen getroffen ? Wie geht es für den Einzelnen finanziell weiter ?

    Wichtig ist : Bleibt gesund !


    Und ich mach jetzt die nächste Zeit einen Ersatzbilderbogen. Jeden Tag n paar Bilder. Gegen die Langeweile ! Unser Forum ist ja Gott die Dank ein riesengroßes Bilderbuch gegen Langeweile.


    Fuck the virus !

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    Irgendwann erfand jemand das Rad. Und irgendwer den Motor. Am 18.März 1895 fuhr dann der erste Motorbus in Deutschland. Was dann kam wissen wir : Einen Tag später kam der erste Verkehrsverbund.

    Der erste Bus war ein aus einem Benz PKW Modell abgeleitetes Gefährt. Mit 5 PS ! Und das Gefährt hatte schon eine Heizung ! Ein Nachbau davon existiert noch.

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    Der älteste Bus den ich präsentieren kann ist dieser Saurer von 1911. Der Aufbau stammt von Karl Kässbohrer, ein Urahn der Setra Busse also. Der Aufbau wurde auf einem Originalfahrgestell rekonstruiert.

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    Als nächstes ein International Harvester von 1923. Das Chicagoer Unternehmen ist heute bekannt für schwere Trucks und Traktoren. Er pendelte zwischen London und dem Seebad Brighton.

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    Aus dem Jahr 1925 stammt der FBW 1 aus der Schweiz. Nachdem das Fahrzeug viele Jahre als Oberleitungs-Montagewagen diente, wurde er in den 90 ern zum Ausflugsbus zurück gebaut.

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    Das war s für den Anfang.

  • Der mächtige Büssing NAG -Wumag 900 N ist von 1938. Der Dreiachser forderte als Fahrer den ganzen Mann. Dieser wurde in Dresden aufbwahrt.

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    Ebenfalls von 1938 , nur viel kleiner, ein Opel Blitz.

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    Von wann der Citroen Bus ist weiß ich auch nicht. Die Wissembourger Sammlung hat diesen hier aufbewahrt.

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    Detailaufnahme eines Scheinwerfers wie sie bei Haubenbussen üblich waren.


    Morgen geht s weiter.

  • Zitat

    Als nächstes ein International Harvester von 1923. Das Chicagoer Unternehmen ist heute bekannt für schwere Trucks und Traktoren. Er pendelte zwischen London und dem Seebad Brighton.

    Klugscheissmodus an:


    Das Unternehmen International Harvester war nicht nur für Schwere Trucks und Traktoren bekannt, sondern auch für Futtererntemaschinen. So gehörten Zeitweise (und Heute mal wieder) Rundballenpressen und Mähdrescher zum Sortiment. Die Firma wurde 1985 an Tenneco verkauft die die Firma mit C.J. Case zu Case International Harvester fusionierte. Heute gehört Case IH zusammen mit „Steyr“ und „New Holland“ ins CNH Industrial-Reich des Sergio Marchionne (den Kennen wir alle als Chef von Fiat-Chrysler) und ist neben Iveco einer der Hauptumsatzbringer.

    LG


    PS: Hoffen wir das Corona sich schnell wieder Verflüchtigt und man einen Ädaquaten Nachholtermin findet!

  • Guten Tag zusammen,


    das ist mal ne ganz hervorragende Idee. Ich werde später auch mal gaaaaanz tief in die Kiste greifen.


    Aber eins vorweg, ich wünsche uns allen, das wir diese schwere Zeit gesund überstehen.


    Viele Grüße


    Alex


    PS Eigentlich hatte ich mich natürlich auf ein Treffen mit einigen Usern und auf die Oldtimer gefreut. Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben.

  • 1948 ließ der Omnibusverkehr Ruoff in Waiblingen diesen MB OP 3750 auf einem alten Fahrgestell bei Gottlob Auwärter aufbauen. Nach seiner aktiven Zeit diente er als Abstellschuppen und wurde 2003 entdeckt und restauriert. Heute ist er wieder für seinen damaligen Besitzer unterwegs.IMG-0440.jpg

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    Ebenfalls von 1948 ist der Berna / Ramseier & Jenzer 1 UP 138. Die Busse aus eidgenössischer Produktion sind in Deutschland erst als Oldtimer richtig wahrgenommen worden

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    Als Omnibuslegende wird der Mercedes O 3500 bezeichnet. Der wegen seines 90 PS starken Motors auch "das Neunzigerle" bezeichnete Bus war der erste Mercedes Omnibus aus dem neuen Werk in Mannheim. Von 1949 bis 1955 wurden über 6000 Exemplare hergestellt, 2664 davon als Komplettbus. Als Beispiel der Bus von Georges Carbon aus Luxemburg.

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    Die restlichen Fahrgestelle wurden von Fremdaufbauern hergestellt, wie dieser O 3500 mit einem Aufbau von Gottlob Auwärter.

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    Auch Steib, Vetter und Kässbohrer nutzten das Fahrgestell.

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    Der kleine Tempo Matador mit Mikafa Aufbau ist auch bei unserer Parade dabei. 25 PS reichen um mitzuhalten

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  • Vernehme ich da ein lautes Lachen über den Tempo Matador im letzten Beitrag ? Es geht noch kleiner !

    Tempo Wiking, das blaue Wunder. Das Format diese Kleinbusses würde man heute als VW Scharan oder Renault Espace kaufen können.Doc-Image000000019-4.jpg

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    Bis Anfang der 50 er Jahre wurden Omnibusse auf abgeänderten LKW Fahrgestellen aufgebaut. Spezielle Busfahrgestelle waren selten. Das erklärt die damals noch gängigen Typen mit langer Motorhaube.

    Magirus Deutz O 3500 von 1953 mit der Alligatorhaube vom Reisebüro Adorf

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    Die Bundespost setzte noch lange auf Haubenbusse. MAN/Hubertia MKN 26

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    FBW AN 40 mit einem Aufbau von Frech /Hoch von 1952

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  • So langsam nähern wir uns der heute noch angewandten Bauweise. Selbsttragend und Heckmotor. Die Abkehr vom bekannten Bauprinzip ging natürlich nicht von heute auf morgen. Schon vor dem zweiten Weltkrieg hatte der französische Hersteller Isobloc selbsttragende Busse konzipiert. Also gute 50 Jahre von der Kutsche mit Holzkarosse bis zum modernen Omnibus. Die Entwicklung ging über Zwischenschritte.


    Dieser Büssing 5000 TU mit Kässbohrer Aufbau von 1951 sieht schon modern aus. Er hat allerdings den Motor zwischen den Achsen und ein Rahmenfahrgestell. In Werdau (damals noch DDR) bekam er irgendwann mal einen Neuaufbau.

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    Schon einen Schritt weiter war Mercedes Benz im Jahr 1951. Der O 6600 H besaß schon einen Heckmotor aber noch das altbewährte Leiterrahmenfahrgestell. Das Getriebe konnte elektronisch geschaltet werden, was aber noch unzuverlässig funktionierte.

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    Die Bundespost setzte diesen Typ, der ab 1955 die Bezeichnung O 320 H erhielt, auch ein. Bekannt sind Einsätze für die Postämter an der Weinstraße und im Schwarzwald. Die DB bekam nur zwei Testfahrzeuge.

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    1951 präsentierte Kässbohrer dann seinen Setra S8, den ersten selbsttragend gebauten Omnibus in Deutschland. Dieser hier ist das erste gebaute Modell dieser Baureihe.

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    Dieser S 8 ist von 1957

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    Morgen geht's weiter

  • Wann und wo würde die Aufnahme von dem O 6600 H gemacht?

  • In Österreich und in der Schweiz waren Haubenbusse aber noch häufig anzutreffen.

    Steyr 380 Q von 19

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    Robur (bzw. Phänomen) Garant K 30, ein LKW und Bustyp aus der DDR mit einem 60 PS Benzinmotor.

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    IFA H 6 B/L aus 1955. Auch der IFA war ein DDR Produkt. Die Technik wurde dem IFA H 6 LKW entlehnt. Noch zu Zeiten der Maueröffnung waren einige der damals über 30 Jahre alten Busse im Straßenverkehr anzutreffen.

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    Opel Blitz mit Kässbohrer Aufbau und Gepäckanhänger (1956) aus der Setra Oldtimersammlung. Wegen seiner im Vergleich zum Vorgänger rundlichen Form wurde er auch Weichblitz genannt. Die benzinbetriebenen Blitz Modelle waren in den 50 er die Stars unter den Leichttransportern.

  • Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich der Volkswagen Bus T1, offiziell Typ 2 T1 genannt. Wer den Namen Bulli erfand ist unbekannt. Bis Anfang der 70 er erfüllte er die Aufgaben , die heute der Sprinter erfüllt. Kindergarten, Zubringer für Reisefahrten, Werkverkehr, Fahrt zum Reifendienst, n neues Getriebe für nen richtigen Bus transportieren, kurz : die Betriebsschlampe ! Jeder durfte drauf. Schalten ohne Kupplung ? Egal ! Motor bis zum Anschlag treten ? Na und ? Teile sind billig.

    Das zweite Leben dann als Umzugs und Bauhelfer, Bumsmobil, Stammgast bei Protestveranstaltungen gegen Atomkraft, Traum aller Aussteiger auf dem Hippietrail nach Indien auf der Suche nach Erleuchtung und dem ultimativen Joint !

    Heute ist der Bulli T1 ein Sammlerstück, Top Exemplare kosten über 100 000 Euro, selbst Schrott ist nicht unter 5000 Okken zu bekommen.

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    Hier der großzügig verglaste T1 Samba, die blaue Mauritius für Bulli Fans.

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    Vom HKB Clubbus haben zwei Stück überlebt. HKB steht für Harmening Karosseriebau Bückeburg. Dieser hier wurde in Schweden gefunden und restauriert.

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    Der zweite HKB, ebenfalls von 1957 hat in Deutschland überlebt.

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  • Der erste nach modernen Gesichtspunkten konstruierte Mercedes Bus waren der O 321 H und sein längerer Bruder O 321 HL. Sie waren nicht wie der Setra selbsttragend ausgeführt sondern besaßen nur eine selbsttragende Karosserie auf einem fahrfertigen Fahrgestell. Die 126 PS starken Busse waren der nächste große Erfolg für die Mannheimer Busbauer.

    Zunächst die Werksaufbauten:


    Der O 321 H von Kraftomnibusse Zimmerman ist von 1960

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    ebanfalls von 1960: der O 321 H von Pütz

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    Die verlängerte HL Version

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  • Weitere O 321 H mit Werksaufbau:


    Dieser hier hat einen Zielfilmkasten. Der O 321 war sowohl als Reise- Überland und als Stadtbus erhältlich.

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    Der O 321 HL von Gerdes Reisen ist von 1963 und hat die modernisierte Karosserielinie


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    Das O 321 Fahrgestell wurde auch an Aufbauhersteller geliefert.


    einen Aufbau von Reuter hat dieser o321 H


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  • Drögmöller bot den O 321 H zunächst mit einer rundlichen Dachkonstruktion an. Dieser Bus hat schon die modernere Linie der 60 er Jahre.


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    Steib aus dem Siegerland , der Bus ist im Originalzustand

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    Steib ist als Aufbauhersteller kaum bekannt. Beiwagen für Motorräder war ein weiteres Geschäftsfeld.

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    Der Vetter O 321 H in einer frühen Bauform von 1954

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    1964 hatte sich das Aussehen des Vetter O 321 H stark geändert.

  • Auch Gottlob Auwärter entwickelte eine eigene selbsttragende Baureihe. Der Name Neoplan entstand.

    Neoplan SH 8 , 1955

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    Neoplan SH 9/10 L von 1957, diese Karosserielinie wurde bis zur Einführung der Hamburg Baureihe beibehalten. In kleiner Anzahl entstanden auch Überlandbusse, z.B für die DB.

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    Neoplan NH 6/7 von 1958.

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  • Setra ergänzte ab 1954 den S 8 mit den Typen S 9 und S 10 nach oben , die nun auch als Linienbusse erhältlich waren.

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    Der kleine S 6 ergänzte das Programm nach unten. Der erste Kleinbus , der wie ein großer Bus konstruiert war und nicht von einem Lieferwagen abstammte.


    Viele S 6 überlebten als Wohnmobile. Prominentester Besitzer eines S 6 war Karl Dall.


    Mit den Programmerweiterungen bereitete Kässbohrer das erste Baukastenprogramm vor.

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    Ottenbacher war ein Karosseriehersteller aus Biberach. Auf einem Borgward B 250 Fahrgestell wurde dieser Kleinbus aufgebaut.